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Cologne Summer School

Virtual Children's Media in a Global Perspective|Globale virtuelle Kindermedienwelten

3.-16. September 2018 in Köln

Universität zu Köln | ALEKI | Seminarräume 12 und 13 

Organisation:

Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp, Dr. Felix Giesa, Dr. Andre Kagelmann

Forschungsperspektive

Die Digitalisierung und Virtualisierung der literarischen Kommunikationswege erfordert eine Weiterentwicklung der Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft. Bislang ist dies jedoch nur in Ansätzen geschehen, eine systematische Auseinandersetzung fehlt. Zudem ist festzuhalten, dass es sich bei den in Deutschland erscheinenden Kinder- und Jugendmedien oftmals um Übersetzungen handelt. Diese transnationalen Impulse auf die deutschsprachigen Kinder- und Jugendmedien wurden zwar bereits erkannt und benannt, wie jedoch der transnational flow verläuft, ist bisher kaum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Beide Aspekte, der transnational flow und die transmediale Erweiterung von Erzählkosmen, verändern die Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen in grundlegender Art und Weise, bis hin zu gänzlich neuen Praktiken der Aneignung (z.B. über sogenannte booktubes, Online-Lösungssammlungen zu Computerspielen oder die Verzahnung narrativer Computerspiele mit sozialen Medien).

Als erste Ansätze eines solchen Perspektivenwechsels hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft können Arbeiten verstanden werden, die vergleichende medienübergreifende und/oder transnationale Forschungsansätze verfolgt haben. Dazu gehören etwa die Studien von Petra Josting zur Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund (Josting 2007, 2011, 2014), die Arbeiten von Michael Staiger zu Bilderbuch und Kinderfilm im Medienverbund und zur Serialität (Staiger 2010, 2014, 2016) sowie der von Ute Dettmar et al. herausgegebene Band zur „Kinder- und Jugendliteratur im Prozess der Medienkonvergenz“ (2014). Transnationale Entwicklungen haben Kristin Eckstein in ihrer Untersuchung unterschiedlicher Bild-Text-Verhältnisse im deutschen und japanischen Manga (Eckstein 2016) oder Felix Giesa in seiner vergleichenden Studie zur Darstellung von Adoleszenz in Comics der westlichen Kulturen im 20. Jahrhundert (Giesa 2015) beschrieben.

Die Summer School gründet sich auf diesen ersten Ansätzen und Ergebnissen: In einem Forschungsdesign, welches versucht, die transdimensionale Qualität dieses medialen Wandlungsprozesses abzubilden, müssen Forschungsperspektiven der traditionellen Philologien, der Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft, der transmedialen Narratologie, der Transnationalitätsforschung sowie der visual culture studies integriert werden. Das Ziel der Summer School ist es daher, das Verständnis und Wissen solcher ‚globaler virtueller Kinder- und Jugendmedienwelten‘ zu vertiefen und so gleichzeitig das theoretische Profil der Kinder- und Jugendliteraturforschung im Zeitalter der transnationalen Medienkonvergenz zu schärfen. Dies soll erreicht werden, indem ausgewiesene Expert/innen und exzellente Nachwuchswissenschaftler/innen sowie Student/innen zusammengebracht werden, um auf diese Weise einen Dialog zu initiieren.

Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit sollen in einem Book Sprint am Ende der Summer School in Form eines Grundlagen-Handbuchs erarbeitet werden. Dieses soll aus – in Analogie zu den Keynotes – sechs elementaren problemumreißenden Essays sowie in etwa zwanzig lemma-artigen Artikeln bestehen. Geplant sind eine digitale open-access- sowie eine print-on-demand-Veröffentlichung.

Auswahlbibliographie

Dettmar, Ute et al. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur im Prozess der Medienkonvergenz. Adaption – Hybridisierung – Intermedialität. Frankfurt a.M.: Peter Lang 2014.

Eckstein, Kristin: Shojo Manga. Text-Bild-Verhältnisse und Narrationsstrategien im japanischen und deutschen Manga für Mädchen. Heidelberg: Winter 2016.

Giesa, Felix: Graphisches Erzählen von Adoleszenz. Frankfurt a.M.: Peter Lang 2015.

Josting, Petra (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund. kjl&m extra 7, 2007.

Josting, Petra: Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund. In: Lange, Günter (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Ein Handbuch. Baltmannsweiler: Schneider 2011, 391-420.

Josting, Petra: Medienkonvergenz im aktuellen Handlungssystem der Kinder- und Jugendliteratur. In: Dettmar, Ute et al. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur im Prozess der Medienkonvergenz. Adaption – Hybridisierung – Intermedialität. Frankfurt a.M.: Peter Lang 2014, 233-252.

Staiger, Michael: Das Bilderbuch als multimodales Erzählmedium. Analytische Zugänge am Beispiel von Jon Klassens Das ist nicht mein Hut. In: Gabriele Lieber/Bettina Uhlig (Hrsg.): Narration – Transdisziplinäre Wege zur Kunstdidaktik. München: kopaed 2016, 135-147.

Staiger, Michael: Digitale Literatur und elektronisches Lesen. Themenheft der Zeitschrift Der Deutschunterricht, H. 5/2016.

Staiger, Michael/Petra Anders (Hrsg.): Serialität in Literatur und Medien. 2 Bde.: Bd. 1: Theorie und Didaktik / Bd. 2: Modelle für den Deutschunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren 2016.

Ihre Teilnahme mit Keynote-Vorträgen haben Prof. Dr. Benjamin Beil (Games Studies, UzK), Prof. Dr. Michael Staiger (Visuelle Kinder- und Jugendmedien, UzK) sowie Prof. Julia Benner (KJL-Forschung, Universität Berlin) zugesagt. Darüber hinaus ist ein ganztägiger Workshop mit dem Transmedia-Künstler Torben Kuhlmann (Hamburg) geplant.